Der 36-jährige Daniel Langdon war um 9:02 Uhr das erste Opfer des Laufs. Eine Viertelstunde später verstarben bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auch der 65-jährige Rick Brown und der 26 Jahre alte Jon Fenlon, der beim des Halbmarathon nach der Ziellinie, die er in einer Zeit von 1:53:37 überquert hatte, zusammenbrach. Die drei Läufer konnten trotz sofortiger Erster Hilfe nicht mehr gerettet werden.Es waren die ersten Todesfälle beim Marathon von Detroit, der über us-amerikanischen und kanadischen Boden führt, seit 1994, als ein 42-Jähriger einem Herzinfarkt zum Opfer gefallen war. Vor vier Jahren hatte es in England beim Great North Run in Newcastle vier Tote gegeben. Damals waren gleich vier Läufer bei warmen und feuchten Verhältnissen ums Leben gekommen.
0,8 Tote bei 100′000 Teilnehmern
In der «Detroit Free Press», die den Marathon am Sonntag mitveranstaltet hatte, beeilte sich der Lauf-Coach Keith Hanson dennoch zu betonen, dass Laufen gesund sei. «Es ist wichtig, zu zeigen, dass Todesfälle bei Marathonläufen rar sind», sagte er, «weil weit mehr Menschen gesundheitlich von diesem Sport profitieren.» Es ist allerdings relativ, wenn man davon spricht, dass Tote bei Langdistanzläufen eine Rarität seien. So präsentierte der amerikanische Kardiologe Kevin Harris ein Studie, wonach die Quote bei 0,8 Toten pro 100′000 Teilnehmern liege.
Marathonlaufen senkt Herzinfarktrisiko nicht
Marathonlaufen verringere zwar den Bluthochdruck und schlechte Cholesterinwerte, so das Ergebnis einer Studie des Westdeutschen Herzzentrums, senke aber das Herzinfarktrisiko nicht. Der Essener Kardiologie Stefan Möhlenkamp und sein Team hatten für ihre Studie 110 männliche Marathonläufer, die alle über 50 Jahre alt waren, und mindestens fünf Marathons in den zurückliegenden drei Jahren absolviert hatten, untersucht. Die Untersuchung habe ergeben, dass die Läufer ein wesentlich günstigeres kardiovaskuläres Risikoprofil aufwiesen. «Das heisst sie sind im Schnitt dünner, haben niedrigeren Blutdruck und bessere Cholesterinwerte», sagte Möhlenkamp. Das Risiko an Koronarsklerose zu erkranken, was im Endstadion zum Herzinfarkt führen kann, sei durch das Laufen jedoch nicht verringert worden. Gleichaltrige Männer ohne Marathon-Läufe hatten dagegen sogar seltener eine fortgeschrittene Koronarsklerose. «Laufen ist in jedem Alter gesund, doch es kommt sehr auf die richtige Dosierung an», sagt der deutsche Arzt, «gerade Marathonläufe sind eine Extrembelastung für den Körper.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)